the wire über "catalogue of improvisation" -------------------------------------

 
"(...)Sometimes, during the six concerts from which the tracks on this CD are taken, these laws were broken, but the transgressions were negotiated with the guest performers, and even when the laws are adhered to, there is never a sense of rigidity, haste or constraint. The distinguished guests, including John Tilbury, Maria de Alvear and Elliott Sharp, help demonstrate that laws and reasonable restraint can promote progress more readily than total freedom. The various pieces here can be abstract, lyrical, fierce, didactic, imprssionistic. (...) These performances deserve to be widely heard and discussed. "
(Barry Witherden)

Jazzthetik über "catalogue of improvisation" -----------------------------------

"(...)Genau das ist das Geniale an dieser CD : Es ist eine dichte
Abfolge an Musik, bei der man als Hörer gar nicht weiss, von
wem die Klänge, die da erzeugt werden, eigentlich stammen (...)
Das führt zu offenem Hören dieser CD, die eben kein Dokument ist,
sondern eine sorgsam komponierte Mixtur, in der die Improvisationen
des Trios und seiner Gäste in eine spannende und immer wieder
überraschende Hörreise verwandelt werden. (...)
Ein Aufwand, der sich gelohnt hat. Die verdichteten musikalischen
Momente, die sorgsame Zusammenstellung, die opulente
Aufmachung - all das macht den catalogue of improvisation nicht
nur zu einem Höhepunkt der Improv-Szene, sondern fast schon zu einem mehrere Sine ansprechenden Multimedia-Erlebnis und damit nicht
nur zu einem künstlerischen Statement, sondern auch zu einem überzeugenden Wegweiser aus der Download-Krise."
(Rolf Thomas)
"(...)man türmte etwa mit Elliott Sharp elektro-akustische Schichten aufeinander, die sich zu einem wild flackernden Rohdiamanten komprimierten. Oder der österreichische Organist Wolfgang Mitterer verwandelte die so gerne als Königin der Instrumente betitelte Orgel in eine tobende und tosende Hexe. Zwischendurch aber besinnt man sich immer wieder. Mit traumtrunkenen Elegien und lautakrobatischen Deformationen, die in ihrer Körperlichkeit so nah an George Aperghis herankommen wie unter die Haut gehen. Das mollsche gesetz sollte sofort ins Grundgesetz aufgenommen werden."
(CD-Kritik von Guido Fischer)


Kölner Stadtanzeiger über catalogue nr.1 : -----------------------------------

" (...) So wie kein Energiequantum verloren geht, sondern sich immer nur in einer anderen Art Bewegung, Temperatur, Substanz fortsetzt, gibt es in der Musik keine Stille oder gar Leere, da sich immer etwas ereignet und das Gehörte im Hörer weiterklingt. Zudem macht der Wechsel von Klang und „Stille“ Musik in besonderem Maße als Zeitkunst erlebbar. Je nachdem, was gespielt wird, erscheinen die Minuten mal gedehnt, gestreckt, gezogen, mal gestaucht, komprimiert, verkürzt, geschrumpft. Jede hat ihre eigene Erlebniszeit.

Den Eindruck des Verklingens als Symbol der Vanitas, der Vergänglichkeit, unterstreichen Zeit- und Vergänglichkeitsmotive in von Maria de Alvear vorgetragenen Texten sowie in den Live-Video-Manipulationen von Luis Negron und Juan Orozco. In zwei Guckkästen, die von der einen Seite durch Milchpapier beleuchtet, von der anderen Seite mit Videokameras per Beamer auf drei Leinwände projiziert werden, zaubern die beiden ein vielschichtiges Bewegungs-, Licht- und Schattentheater mit eingeschobenen Farb- und Bildfolien, anatomischen Zeichnungen, Skeletten, Totenschädeln, realen Figuren, Handschattenspielen und computeranimierten
Zahlen- und Buchstabenreigen. Eine poetische
Mischung aus digitaler High- und manueller Low-Technologie in der Art
der im 19. Jahrhundert beliebten Laterna Magica."
(Rainer Nonnenmann 3.5.07)


neue Zeitschrift für Musik
über das gesetz : ----------------------------------
" (...) Keine Pause ist wie die andere. Manche sind lauter, manche leiser. Wenn es ganz ruhig wird im Saal, ist das Ticken der Uhr zu hören, die das Geschehen koordiniert. In Abhängigkeit vom Gehörten hat jeder Moment seine eigene Ausdehnung. Omina tempus habent. Alles hat seine Zeit. Und alles hat seine verschiedene Zeit, obwohl die Dauer physikalisch gemessen immer exakt die gleiche ist. Im Idealfall werden Musik und Stille so erfahrbar als energiegeladener Raum im Geltungsbereich der
Einsteinschen Relativitätstheorie."
   
Frankfurter Allgemeine Zeitung über Udo Moll & Michaela Ehinger : -------

" (...) Doch im Zusammenspiel mit Ehinger, die mal nur ein Wort liest, einen Satz hier wiederholt, dort im Raum schweben und leise nachklingen lässt oder eine Minute einfach schweigt, entwickelt sich ein improvisierter,
von Redundanzen gänzlich freier Rhythmus, der mühelos
den ganzen Abend trägt.

Die Wahrnehmung der Zeit aber ist mit jedem Intervall merkwürdig verschieden. Mal drängend, dicht und laut oder verträumt-poetisch leise,
mal zögernd, voller Spannung und als atemlose Stille, in deren Form die Pause den Fortgang des erotischen Romangeschehens und der Musik
beredt und äusserst kunstvoll zu verzögern weiss. "            (FAZ 18.12.07)

   
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    zum interview mit moll & muche
    von julia neupert (SWR)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

    der ganze Artikel aus der
    neuen Zeitschrift für Musik
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